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Nachhaltigkeit senkt Kosten

Passt ein Mobilitätskonzept, das auf Nachhaltigkeits-Kriterien basiert in diese Zeit? Ja, meint Stefan Maier, Geschäftsführer von Prior1. Das Unternehmen baut Rechenzentren mit einer möglichst guten Energiebilanz. Rechenzentren zählen weltweit mittlerweile zu den größten CO2-Emittenten.

Sie sind in der Rechenzentrums-Branche unterwegs. Hier sind Außentermine, wie so oft in der Wirtschaft, gang und gäbe. Warum haben Sie Ihr neues Mobilitätskonzept basierend auf Nachhaltigkeits-Kriterien gestaltet?
Die Mobilität der Prior1 ist unser größter Treibhausemittent. In Zeiten der Erderhitzung sehen wir es als unsere Pflicht, unsere Emissionen so weit zu senken, wie es uns möglich ist. Ein angenehmer Nebeneffekt ist, dass wir durch dieses Konzept unsere Reisekosten senken und den Stress der Mitarbeitenden, die das Konzept nutzen, deutlich reduzieren.

Wie zufrieden sind Ihre Mitarbeitenden damit? Was spiegeln die ersten Zahlen wider?
Die Nutzung und Umsetzung durch die Kolleg:innen fällt sehr unterschiedlich aus. Einige Mitarbeitende sind ganz auf die Bahn umgestiegen, andere nutzen diese, trotz aller Anreizsysteme, weniger. Die Gründe liegen einerseits in der grundsätzlichen Akzeptanz der Bahn als Transportmittel, in der schwierigen Erreichbarkeit ländlicher Regionen mit der Bahn und der Unzufriedenheit mit der Zuverlässigkeit der Bahn. Die Mobilität so grundsätzlich umzustellen, erfordert einen Kulturwandel weg vom Auto. Dieser Wandel vollzieht sich, ist aber noch nicht vollständig abgeschlossen. Durch den 100%igen Umstieg bei der Beschaffung von Fahrzeugen auf elektrischen Antrieb, werden wir, zumal wir teilweise den Strom selbst produzieren und 100% Ökostrom einsetzen, die Emissionen weiter deutlich senken. Es ist uns jedoch wichtig, darauf hinzuweisen, dass wir auch E-Fahrzeuge als nicht umweltfreundlich ansehen. Somit muss die Verringerung des Individualverkehrs massiv vorangetrieben werden.


„Wir bieten unseren Mitarbeitenden Freiraum für die Entwicklung und erfahren Wertschätzung für unsere Mission“, sagt Stefan Maier, Geschäftsführer von Prior1.

Wie sind die Benefits in Ihrem Unternehmen gestaltet?
Mitarbeitende erhalten erhebliche finanzielle Anreize für den vollen Umstieg auf die Bahn, für teilweise Reise mit der Bahn und die Auswahl kleiner Autos. Mitarbeitende im Außendienst erhalten beispielsweise eine BahnCard 50 der 2. Klasse. Zudem empfinden es die Kolleg:innen, die eine Bahn Card 100 1. KL haben, als Anerkennung, in der ersten Klasse reisen zu können. Zusätzlich gibt es Incentives für Mitarbeitende, die eine bestimmte Anzahl von Bahn-Kilometern im Jahr zurücklegen, wie zum Beispiel eine Prämie von 700 € für 5.000 Bahn-Kilometer. Und natürlich wünschen wir uns, dass jede und jeder den Sinn zum Erhalt der Lebensbedingungen als intrinsischen Antrieb ansieht.

Was bedeutet New Work für Sie und Ihr Unternehmen?
Wir streben unternehmerische Freiheit an. Und zwar durch nachhaltiges und menschliches Wirtschaften, wir legen großen Wert auf Qualität in Umsetzung und Service sowie auf die Gemeinwohl-Ökonomie. Wir respektieren und fördern die individuellen Gedanken, Gefühle und Lebensziele unserer Mitarbeitenden und bieten ihnen Freiraum zur Entwicklung ihrer Persönlichkeit.
Dazu gehört, dass wir die mentale Gesundheit unserer Mitarbeitenden als einen wichtigen Aspekt von New Work sehen. Die Corona-Pandemie und andere Krisen haben zu einer starken psychischen Belastung geführt, weshalb wir im Februar 2022 die „Initiative für mentale Gesundheit“ ins Leben gerufen haben. Diese Initiative bietet unseren Mitarbeitenden Unterstützung bei psychischen Belastungen durch ein kostenloses Coaching-Programm und ein umfangreiches Informationsangebot im Intranet.
Uns ist es wichtig, dass unsere Mitarbeitenden ihre Fähigkeiten ausschöpfen, die normalen Lebensbelastungen bewältigen und einen Beitrag zur Gemeinschaft leisten können. Arbeiten ohne Begeisterung und Neugierde ist für uns undenkbar. Begeisterung treibt uns zu innovativem Arbeiten an und gewährleistet nachhaltigen unternehmerischen Erfolg. Nachhaltiges Denken ist für uns eine Voraussetzung für langfristigen Erfolg, sowohl in unserem täglichen Leben als auch in unserer Arbeitsweise.
Obwohl Wachstum kein Unternehmensziel ist, ist das Unternehmen über die Jahre von ursprünglich geplanten 20 auf mittlerweile 86 Mitarbeitende gewachsen. Als Arbeitgeber sind wir sehr attraktiv. Wir brauchen keine Headhunter:innen oder andere Aktivitäten, um gute Talente zu finden. Die Mitarbeitenden finden uns, weil sie unsere Vision gut finden. Die Zufriedenheit ist hoch, da die Mitarbeitenden Sinnhaftigkeit und Eigenwirksamkeit in ihrer Arbeit erfahren.


Bildquelle / Lizenz: Foto von Preston Foster auf Unsplash