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Wie ist es so, an einem Supercomputer zu arbeiten?

Elisabeth arbeitet im Bereich Virtual Reality (VR) und beschäftigt sich insbesondere mit den Anwendungsgebieten 3D, Game Engines, Virtual Reality und Animation. Seit 2017 arbeitet sie am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) in Garching am Zentrum für Virtuelle Realität und Visualisierung (V2C). Wir haben Sie gefragt, was genau sie macht, welche Challenges ihr im Arbeitsalltag begegnen und was ihre Arbeit am LRZ so spannend macht.

Was machst du am Leibniz-Rechenzentrum? Wofür benötigt man Supercomputer? Kannst Du uns einen Einblick in Deine Arbeit geben?

Ich arbeite am Leibniz-Rechenzentrum im Zentrum für Virtuelle Realität und Visualisierungen, kurz dem V2C. Im V2C haben wir uns auf Virtual Reality (VR)-Projekte mit High-Performance Computing-Daten spezialisiert, d.h. es geht bei uns um die visuelle und immersive Darstellung sehr großer Datenbestände. Am LRZ können Forschende auf dem Höchstleistungsrechner SuperMUC-NG durch Simulationen Daten generieren und wir unterstützen sie dann dabei, diese in die virtuelle Realität zu übertragen und zu visualisieren. Dadurch können die räumlichen Daten direkt in einer virtuellen Umgebung untersucht werden. Die Herausforderung bei der Visualisierung ist, dass diese Simulationsdaten oft sehr groß und komplex sind. Dazu kommt noch, dass jeder Forschungsbereich spezielle Anforderungen für seine Visualisierung hat. Im Rahmen des Forschungsprojekts CompBioMed arbeite ich beispielsweise zusammen mit dem University College London und Intel an einer medizinischen Visualisierung. In dem Projekt werden die Geschwindigkeit und der Druck des Blutflusses in den Adern und Venen eines menschlichen Unterarms simuliert. Wir haben mit unseren Kollaborationspartnern eine Methode entwickelt, mit der direkt auf dem SuperMUC-NG diese Simulation visualisiert wird. Wir haben hierfür VR- sowie 2D-Visualisierungen erstellt.


Visualisierung von Daten eines Unterarms von HemeLB mithilfe von Intel® OSPRay Studio auf dem SuperMUC-NG vom LRZ. (Quelle: LRZ)

Bild 1: Visualisierung von Daten eines Unterarms von HemeLB mithilfe von Intel® OSPRay Studio auf dem SuperMU

Wie bist Du an das Leibniz-Rechenzentrum gekommen?

Mein erster Kontakt mit dem LRZ war im Rahmen eines Seminars meines Bachelorstudiengangs Kunst und Multimedia an der LMU München. Damals haben wir virtuelle Welten für die CAVE erstellt. Bei der CAVE handelt es sich um eine immersive Installation in Form eines begehbaren, fünfseitigen Würfels, in den die Forschenden hineingehen, um in die 3D-Simulation einzutauchen. Kurz darauf habe ich dann angefangen, als studentische Hilfskraft für 3D-Modellierung zu arbeiten. Mein Job war es, 3D-Daten und Modelle für VR-Projekte auf- und vorzubereiten. Neben der 3D-Modellierung habe ich während meines Bachelorstudiums mit dem Programmieren begonnen und bin dann immer mehr in die Rolle der Programmiererin für VR-Projekte geschlüpft.

Wie ist es so, an einem Forschungszentrum zu arbeiten?

Unsere Aufgabe im V2C besteht darin, neueste Technologien im Bereich VR und Visualisierung für die Forschung zu untersuchen und dann für Projekte dementsprechend einzusetzen. Wir arbeiten hier an vorderster Front der Forschung mit modernster Hard- und Software. Kurz gesagt: Es ist super spannend! Wir haben erst im Oktober 2023 eine neue immersive Installation für die Darstellung von Inhalten in VR in Betrieb genommen – eine komplett mit LED ausgestattete CAVE. Soweit wir wissen, sind wir weltweit die Ersten mit einem derartigen System. Jetzt können wir neue Forschungsthemen bearbeiten und stecken schon mitten in neuen Projektarbeiten.

Neben der Technologieforschung reizt mich an der Arbeit in einem Forschungszentrum auch die Aufgabe, Forschungsfragen und -ergebnisse in der virtuellen Umgebung buchstäblich auf den Kopf zu stellen und aus anderen Blickwinkeln zu betrachten und zu hinterfragen. Die Tatsache, dass VR eine sehr visuelle Technologie ist, kommt mir dabei sehr zugute, da ich hier viel von meinem Bachelor in Kunst und Multimedia einbringen kann. Wir arbeiten nämlich ständig daran, das VR-Erlebnis weiter zu verbessern und stellen uns immer auch grundsätzliche Fragen zur Visualisierung: Wie können CAVE-Nutzende sich noch besser in einer immersiven Welt bewegen? Wie kann die Interaktion mit virtuellen Welten noch intuitiver gestaltet werden? Welche weiteren Möglichkeiten gibt es, die Ergebnisse von HPC-Simulationen darzustellen? Die Arbeit am LRZ bietet mir somit die Möglichkeit, meine Leidenschaft für Informatik optimal mit meinem Multimedia-Hintergrund zu verbinden.


Digitale Rekonstruktion des Hauses von Sin Nada in der antiken Stadt Ur in Mesopotamien (heute im Irak). Quelle: Prof. Otto, Dr. Einwag (LMU, Institut für Vorderasiatische Archäologie)

Visualisierung von der LED CAVE; Quelle: LRZ V2C
In der LED CAVE mit einem Datensatz vom Corpus der Barocken Deckenmalerei Deutschlands. Corpus der barocken Deckenmalerei in Deutschland (CbDD) – Quelle: Projekt: Prof. Dr. Stephan Hoppe, Matteo Burioni, illustrated architecture – Bernhard Strackenbrock, Deutsches Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte – Bildarchiv Foto Marburg, Bayerische Schlösserverwaltung, gefördert von der Bayerischen Akademie der Wissenschaften.

Wie sieht Deine Zukunft aus? Was machst Du mit Deinem Wissen?

Zurzeit arbeite ich an verschiedenen Projekten. Die Visualisierung des Blutflusses durch den menschlichen Körper geht in die nächste Phase und wir wollen in der Lage sein, mit VR in den Blutfluss eines vollständig simulierten Menschen einzutauchen, um so neue Erkenntnisse zu gewinnen. Parallel zu unserer neuen LED CAVE wollen wir verschiedene Interaktions- und Visualisierungsmethoden erforschen, um das VR-Erlebnis noch immersiver zu gestalten. Darüber hinaus bin ich in der Lehre tätig und kann meine Erfahrungen und mein Wissen im Bereich VR im Rahmen von Konferenzen, Workshops und Vorlesungen weitergeben.


Unsere Interviewpartnerin

Elisabeth arbeitet im Bereich Virtual Reality (VR) und beschäftigt sich insbesondere mit den Anwendungsgebieten 3D, Game Engines, Virtual Reality und Animation. Seit 2017 arbeitet sie am Leibniz-Rechenzentrum (LRZ) der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) in Garching am Zentrum für Virtuelle Realität und Visualisierung (V2C). Das V2C verwendet modernste Technologien, um Forscherinnen Unterstützung im Bereich von VR Soft- und Hardware sowie Datenvisualisierung anbieten zu können. Elisabeth hat sich auf Game Engines und 3D spezialisiert und setzt diese Tools für verschiedene Projekte von Kunstgeschichte bis Visualisierungen ein. Quelle: LRZ V2C

Dein eigenes Unternehmen: Der Turbo für deine Karriere

Für viele Absolventen und Berufseinsteiger ist eine sichere Festanstellung die naheliegende Wahl. Doch warum nicht groß denken? Die Gründung eines eigenen Unternehmens ist nicht nur aufregender, sondern oft auch lohnender. Selbstständigkeit öffnet Türen zu unzähligen Chancen und könnte dein Schlüssel zu einer erfüllten Karriere sein. Wusstest du, dass 9 von 10 Gründern diesen Schritt immer wieder wählen würden? Lass dich inspirieren und entdecke die Möglichkeiten, die vor dir liegen!

Unternehmertum: Deine Chance auf Erfolg und Freiheit

Selbstständigkeit wird oft mit Risiken und Unsicherheiten verbunden. Doch das Unternehmertum bietet zahlreiche Vorteile.

  • Verwirkliche deine Visionen: Setze deine eigenen Ideen und Projekte in die Tat um.
  • Genieße kreative Freiheit: Gestalte deine Arbeit nach deinen Vorstellungen.
  • Finde tiefere Erfüllung: Viele Gründerinnen und Gründer erleben mehr Freude und Zufriedenheit in ihrer Arbeit.
  • Sei dein eigener Chef: Bestimme selbst über deine Arbeitszeiten und Projekte.
  • Nutze finanzielle Chancen: Selbstständigkeit kann langfristig finanziell lohnender sein als eine Festanstellung.

9 von 10 Gründern würden es wieder tun. Die hohe Zufriedenheit unter Gründerinnen und Gründern spricht für sich. Viele berichten von der Freude und dem Stolz, etwas Eigenes aufzubauen. Diese Erfolgserlebnisse und die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen, tragen maßgeblich zu ihrer Zufriedenheit bei. Selbst wenn das erste Unternehmen nicht den erhofften Erfolg bringt, sehen viele die Erfahrung als wertvoll und bereichernd an.


Ruth Schöllhammer

„Die Anforderungen und Probleme junger und kleiner Unternehmen kenne ich aus eigener Erfahrung und aus meiner Tätigkeit im Deutschen Gründerverband. Es ist eine tolle Aufgabe, Gründerinnen und Gründern die Angst vor dem Scheitern zu nehmen und sie bei ihrem Wachstum zu unterstützen.“


Mit Mut und Motivation zur eigenen Firma

Die Möglichkeiten, die sich durch die Selbstständigkeit ergeben, sind zahlreich. In vielen Branchen gibt es Nischen und ungenutzte Potenziale. Die Digitalisierung eröffnet zudem neue Geschäftsmodelle und Märkte, die besonders für junge, technologieaffine Gründerinnen und Gründer attraktiv sind.

Am Anfang kann der Start in die Selbstständigkeit überwältigend wirken. Fragen wie „Wird mein Unternehmen erfolgreich?“,  „Kann ich von dem Geschäft leben“ und „Woher soll die Startfinanzierung kommen?“ sind für viele Gründerinnen und Gründer herausfordernd. Doch keine Sorge, ihr müsst das nicht allein bewältigen. Eine solide Planung und fundierten Analyse sind der Schlüssel zum Erfolg.

Schritt für Schritt zum eigenen Unternehmen

Eine erfolgreiche Unternehmensgründung beginnt mit einer klaren Vision und einem durchdachten Geschäftskonzept. Hier sind einige wesentliche Schritte, die euch auf diesem Weg unterstützen:

1. Ideenfindung und Marktanalyse

  • Marktlücke identifizieren: Findet ein Problem, das ihr lösen möchtet.
  • Marktanalyse durchführen: Versteht eure potenziellen Kunden und analysiert den Markt gründlich.
  • Einzugsgebiet definieren: Bestimmt das geografische Gebiet, in dem ihr tätig sein werdet.
  • Kundenpotenzial bewerten: Nutzt Markt- und Standortanalysen, um das Umsatzpotenzial zu ermitteln.

2. Persönlichkeitsanalyse: Was motiviert dich?

  • Motivation analysieren: Erfolgreiche Unternehmerinnen und Unternehmer zeichnen sich durch starke Motivation und einzigartiges Handeln aus.
  • Schlüsselfaktoren bewerten: Kundenorientierung, Wettbewerbsdenken und Flexibilität sind für Unternehmerinnen und Unternehmer essentiell.
  • Stärken maximieren, Schwächen ausgleichen: Baut ein starkes Team auf, das eure Schwächen ausgleicht und eure Stärken ergänzt.

3. Detaillierte Konzept- und Finanzplanung

  • Geschäftsmodell entwickeln: Erstellt ein solides und durchdachtes Geschäftsmodell.
  • Marktanalyse integrieren: Nutzt eure Marktanalyse, um euer Geschäftskonzept zu stärken.
  • Marketing- und Vertriebsstrategie planen: Entwickelt eine gezielte Strategie, um eure Zielkunden zu erreichen und zu überzeugen.
  • Finanzplanung erstellen: Plant eure Finanzen präzise, inklusive aller Kosten, Einnahmen und Gewinnprognose.
  • Risikoanalyse durchführen: Identifiziert potenzielle Risiken und entwickelt Strategien, um diese zu minimieren.

4. Absicherung

  • Absicherung planen: Denkt daran, was passiert, falls euch etwas passiert. Sichert euch und euer Unternehmen ab.
  • Vorsorgevollmacht: Wer kann euch vertreten, falls mal was passiert? Wer hat dann beispielsweise Zugriff auf Konten und kann Auszahlungen tätigen?

5. Finanzierungsmöglichkeiten für euer Start-up

  • Eigenes Kapital: Nutzt eigenes Geld für den Start, aber achtet darauf, nicht alles zu riskieren. Bewahrt eine finanzielle Reserve für den Fall der Fälle.
  • Klassischer Bankkredit: Eine bewährte Option, geeignet für den Start. Achtet darauf, in der Geschäftsplanung die Rückzahlungsfähigkeit sicherzustellen.
  • Förderkredit: Staatlich unterstützte Kredite mit günstigen Konditionen. Erkundigt euch nach regionalen und nationalen Förderprogrammen.
  • Bürgschaftsbank: Unterstützung durch Bürgschaften, die es euch ermöglichen, leichter einen Kredit zu erhalten.
  • Business Angels: Sie bieten nicht nur Kapital, sondern auch wertvolle Expertise und Kontakte. Die Herausforderung besteht darin, die richtigen Partner zu finden. Beachtet, dass Business Angels im Gegenzug Anteile am Unternehmen erhalten.
  • Investoren und Venture Capital: Ideal für Start-ups mit hohem Wachstumspotenzial. Die Gewinnung von Risikokapital ist oft schwierig und erfordert zahlreiche Präsentationen,  Verhandlungen und Zeit, die ihr dann nicht für das Unternehmen habt.

6. Netzwerk und Partnerschaften aufbauen

  • Partner finden: Sucht euch zuverlässige Partner und baut ein starkes Netzwerk auf.
  • Erfahrungsaustausch: Teilt eure Erfolge und Herausforderungen mit Gleichgesinnten. Ein starkes Netzwerk ist ein wertvolles Unterstützungsinstrument.

Fazit

Der Weg mag herausfordernd sein, aber die Belohnungen sind es wert. Durch die Gründung deines eigenen Unternehmens kannst du nicht nur deine eigenen Visionen verwirklichen, sondern auch einen bedeutenden Einfluss auf die Welt haben. Jeder große Erfolg begann einmal als mutiger Schritt ins Unbekannte. Nutze deine Leidenschaft, deine Ideen und deine Entschlossenheit, um etwas Einzigartiges zu schaffen. Die Welt wartet darauf, von dir und deinem Unternehmen inspiriert zu werden. Trau dich, den ersten Schritt zu machen – es könnte der Beginn einer außergewöhnlichen Reise sein!


Über Ruth Schöllhammer

Ruth Schöllhammer, Mitgründerin und CMO bei smartaxxess, einem Münchner Startup. smartaxxess bietet Gründerinnen und Gründern eine Plattform, die Themen wie Finanzierung, Versicherung und Beratung digital und zentral abdeckt. Auch die Erfolgswahrscheinlichkeit des Geschäftskonzepts und der Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten wird abgebildet. Von Ruth Schöllhammer, Kai Flehmig-Pichlmaier und Mark Tom Pösken 2019 gegründet, will das Startup das Unternehmensmanagement für den jungen Mittelstand durch eine digitale Akte erleichtern.

Gleichzeitig ist Ruth Schöllhammer Vorsitzende des Vorstands Deutscher Gründerverband e.V.

Vor der Gründung ihres Start-ups war sie eine erfolgreiche Beraterin im Bereich Social Media und hat kleine und große Unternehmen bei der Einführung begleitet. Parallel war sie als Dozentin tätig u.a. bei der International School of Management, eMBIS GmbH, Akademie der Medien, Deutsche Journalistenschule, Leipzig School of Media.

Vor ihrer Selbstständigkeit war sie beim  Süddeutscher Verlag/Europa-Fachpresse-Verlag, zuletzt als Leitung Business Development.


Bildquelle / Lizenz: Foto von Andrew Neel auf Unsplash

Z

Warum sich HR-Teams für Robotik interessieren sollten

Lotte Sodemann Sørensen, Vizepräsidentin der Personalabteilung bei Universal Robots, geht in Ihrem Gastbeitrag der Frage nach, wie Automatisierungstechnologien Herstellern bei der Gewinnung und Bindung von Arbeitskräften unterstützen kann

Lotte Sodemann Sørensen sieht in dem kollaborativen Einsatz von Automatisierungstechnologien eine Möglichkeit, dem demographischen Wandel zu begegnen.

Von Lotte Sodemann Sørensen, Vizepräsidentin der Personalabteilung bei Universal Robots

Ich bin zwischen großen Produktionsmaschinen aufgewachsen. Mein Vater leitete eine große Brauerei in Dänemark, und während meiner Kindheit erlebte ich aus erster Hand, wie Mitarbeitende körperliche Schwerstarbeit leisten mussten.

Das Verletzungsrisiko war stets präsent, und ich erlebte, wie die Einführung von Robotern einen produktiveren Arbeitsplatz mit besseren Arbeitsbedingungen, höherer Sicherheit und größeren Wachstumsmöglichkeiten schuf.

Heute befindet sich die Roboterautomatisierung auf einem völlig anderen Niveau, und die Technologie entwickelt sich rasant weiter. Insbesondere in großen Fertigungsunternehmen ist Automatisierung mittlerweile weit verbreitet und integraler Bestandteil des Produktionsprozesses. Doch für viele Personalverantwortliche ist die Robotik immer noch Neuland und sogar von Vorurteilen behaftet. Das ist bedauerlich, denn es gibt viele Möglichkeiten, wie Roboter Unternehmen dabei helfen können, einen besseren Arbeitsplatz zu schaffen und Talente zu gewinnen und zu binden.

Als Personaler müssen wir dieser Technologie Beachtung schenken, denn der Arbeitskräfte- und Fachkräftemangel sind eine massive Herausforderung, und die Robotik kann eine Lösung dafür sein.

Lassen Sie Ihre Mitarbeiter wachsen

Die meisten HR-Teams sind sich bewusst, dass die Automatisierung mit Robotern ihre Belegschaft ergänzen kann, und es ist allgemein bekannt, dass durch den Einsatz von Automatisierung eine gesteigerte Produktivität bei gleichzeitig hoher und gleichmäßiger Produktqualität erreicht werden kann. Viele wissen auch, dass sich Roboter ideal für Aufgaben eignen, die niemand wirklich machen will – oder sollte. Bei Universal Robots nennen wir diese Aufgaben die 3Ds: dull, dirty, dangerous – die langweiligen, schmutzigen und gefährlichen Aufgaben – und durch die Automatisierung dieser Aufgaben können die Mitarbeitersicherheit gesteigert und Arbeitsunfälle reduziert werden.

Investitionen in Technologie sind auch ein wesentlicher Faktor, um als attraktiver Arbeitsplatz wahrgenommen zu werden. Denn sie fördern nicht nur die Personalentwicklung, sondern steigern auch die Attraktivität eines Unternehmens als Arbeitgeber. Dies gilt vor allem für jüngere Arbeitnehmer, die oft überzeugt werden müssen, dass Jobs in der Fertigungsbranche sicher, erfüllend und reich an beruflichen Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten sind.

Strategien wie Cross-Training, das Angebot von Entwicklungsprogrammen und Karriereplanung in Verbindung mit einer Modernisierung von Technologie und Maschinen können die Fähigkeiten der Mitarbeiter bereichern. Die Integration von Technologie, Automatisierung und Digitalisierung in der Fertigung macht die Arbeit interessanter und geistig anregender. Die Produktion auf dem neuesten Stand der Technik zu halten und die Mitarbeiter zu ermutigen, sich mit diesen Technologien und Trends vertraut zu machen, ist ein guter Weg, um ein attraktiver Arbeitsplatz zu bleiben.

Die (“schrumpfende”) Belegschaft der Zukunft

Hersteller in der ganzen Welt haben ernsthafte Probleme, qualifizierte Arbeitskräfte zu gewinnen. Im Jahr 2030 werden im verarbeitenden Gewerbe der USA voraussichtlich 2,1 Millionen Stellen unbesetzt bleiben. Mehr als 80 Prozent der chinesischen Hersteller sahen sich im vergangenen Jahr mit einem Arbeitskräftemangel konfrontiert, und in Japan, Korea und Westeuropa wird die demografische Entwicklung zu einem massiven Mangel an Arbeitskräften führen. In all diesen Ländern ist der Arbeitskräftemangel nicht nur real, sondern verschärft sich weiter.

Gleichzeitig altert unsere Belegschaft, daher ist es entscheidend, Wege zu finden, um ältere Mitarbeiter mit all ihrer Kompetenz und ihrem Erfahrungsschatz zu gewinnen und zu halten.

Um erfahrene Arbeitnehmer effektiv zu fördern, ist es sinnvoll, ihnen kontinuierliche Weiterbildungs- und Schulungsmöglichkeiten anzubieten und zu vermitteln. Dies hält sie auf dem neuesten Stand der Branchentrends und -technologien, fördert die Motivation und nutzt ihre umfangreiche Erfahrung für das Unternehmenswachstum. Gleichzeitig sorgt die  Anpassung des Arbeitsplatzes an altersbedingte körperliche Bedürfnisse, etwa durch den Einsatz von kollaborativen Robotern, auch für ein unterstützendes Umfeld und verbessert die Leistungsfähigkeit älterer Mitarbeiter. Ein Beispiel dafür ist das französische Unternehmen Carbody, wo ein durch jahrelange harte Arbeit gezeichneter Gießer seinen Job behalten konnte, da er durch Cobots, die die anstrengenden Aufgaben übernehmen, entlastet wurde. Und in unserem eigenen Produktionsstandort von Universal Robots in Odense, Dänemark, sind unsere Cobots bereits ein fester Bestandteil der Produktion und des Alltags meiner Kollegen.

Kurz gesagt, auch wenn Roboter in der Fabrikhalle für Personalverantwortliche zunächst nicht relevant erscheinen mögen, so sind sie es absolut. Roboter bieten großartige Möglichkeiten für Unternehmen, nicht nur die Produktivität und Qualität zu steigern, sondern auch sicherere, erfüllendere und bessere Arbeitsplätze für ihre Mitarbeiter zu schaffen.

Meine Botschaft an andere HR-Führungskräfte lautet daher: Machen Sie sich die neuen Technologien für eine strategische Personalplanung zunutze. Die Zukunft der Arbeit fordert Innovation, und es ist unsere Aufgabe, hier die Initiative zu ergreifen.


Über Lotte Sodemann Sørensen

Lotte Sodemann Sørensen ist Vizepräsidentin der Personalabteilung von Universal Robots, dem Weltmarktführer für kollaborierende Roboter aus Dänemark. Sie ist eine erfahrene HR-Führungskraft, die zuvor ähnliche Positionen in der High-Tech-Branche bei eBay Inc und Egmont Nordisk Film innehatte.

„Die Generation Z ist individuell und ambivalent zugleich“

Bereits im kommenden Jahr wird – global betrachtet – die Gen Z die größte Generation weltweit sein. Sie wird im Jahr 2025 mehr als 27 % der Arbeitskräfte ausmachen. Kein Unternehmen kann es sich leisten, dieses Potenzial zu ignorieren. Line Therese Hübner gehört der GenZ an – und ist Selbstständig. Sie berät Unternehmen, genau die richtigen Menschen aus dieser Generation für sich zu gewinnen. Also haben wir uns gedacht: Wer, wenn nicht Line, kann uns ein paar Fragen zur Generation Z beantworten.

Bei Generation Z gibt es so viele Stereotypen und Vorurteile… Stellen wir die Frage doch mal andersherum: Was zeichnet diese Generation aus Deiner Sicht aus?

Ich bin kein Fan davon, Generationen und dessen Individuen zu pauschalisieren. Die Generation Z ist so divers und individuell, wie jeder Mensch, der dieser Generation angehört. Natürlich gibt es Tendenzen, die in dieser Generation vertreten sind und womit sie sich von anderen Generationen unterscheidet. Auf einige davon kann ich gerne eingehen:

Meine Generation ist aufgewachsen als erster Digital Native. Social Media gehört zu unserer Kindheit genauso, wie es Schallplatten bei der Babyboomer Generation tun. Das hinterlässt seine Spuren: Eine kurze Aufmerksamkeitsspanne, das Gefühl der ständigen Erreichbarkeit und das Vergleichen mit anderen Personen. Auf der anderen Seite führt es dazu, dass wir uns wie keine andere Generation vertraut mit technischen Geräten und Innovationen machen und diese in unser täglich Doing integrieren. Zudem zeigt uns Social Media, was im Leben anderer alles möglich ist. Das möchten wir in unserem Leben auch erreichen und haben daher einen hohen Ehrgeiz entwickelt. Keine andere Generation ist in jungen Jahren schon so an Inter- und Intrapreneurship interessiert. Dazu ist meine Generation mit unendlich vielen Möglichkeiten aufgewachsen. In extrem vielen Bereichen haben wir die totale Entscheidungsfreiheit: Sei es das Urlaubsziel oder die Berufswahl. Von über 21.438 in Deutschland angebotenen Studiengänge mussten wir uns für den entscheiden, der uns am meisten zusagt. Kein Wunder also, dass meine Generation Schwierigkeiten damit hat, sich zu entscheiden und zeitgleich extrem hohe Ansprüche an den Arbeitgeber stellt.

„Unternehmen denken, wenn sie eine Stellenanzeige definiert haben, wissen sie, wonach sie suchen. Doch das ist so, als würde man ein Haus bauen und das Fundament vernachlässigen“, sagt Line Therese Hübner.

Das führt auch dazu, dass uns Flexibilität und Freiheit extrem wichtig sind. Das macht sich nicht nur im Privaten bemerkbar, wo wir gerne vom Ausland aus studieren möchten oder uns bei Netflix von 2.400 Serien und fast 4.600 Filme den passenden aussuchen möchten. Auch im Berufsleben möchten wir autonom und flexibel arbeiten können. Außerdem bevorzugen wir flache Hierarchien und legen einen hohen Wert auf einen wertschätzenden Umgang. Wir möchten nicht nur arbeiten, um unser Geld zu verdienen. Wir möchten unsere Lebenszeit mit einem Purpose versehen. Aus diesem Grund ist vielen aus der Generation auch Nachhaltigkeit sehr wichtig.

Doch wie ich zu Beginn gesagt, das sind alles Tendenzen. Einige Angehörige der Gen Z werden sich hierin wiederfinden, andere weniger. Manche Babyboomer oder Millennials stehen ebenfalls für dieselben Werte ein. Die Generation Z lebt von Widersprüchen und einer Doppelmoral. Nachhaltigkeit ist uns wichtig, zeitgleich möchten wir nicht auf Billigflüge verzichten. Die Frage ist daher nicht, was die Generation auszeichnet. Vielmehr sollten sich Unternehmen die Frage stellen, welche Personen in ihre Teamkultur passen und was diese Personen auszeichnet. Unabhängig von dessen Generation.

Wie finden dann Unternehmen genau die Menschen, die sie suchen?

Das ist eine spannende Frage. Wie ich bei der vorherigen Frage schon ergeklärt habe, geht es nicht darum, möglichst attraktiv für die Gen Z zu wirken. Denn die Generation ist individuell und ambivalent zugleich. Die Frage, die sich Unternehmen daher stellen sollten, ist folgende: Wie zeichnet sich meine Unternehmenskultur aus? Wie soll sich meinesoll meine Unternehmenskultur in der Zukunft entwickeln? Welche Personen passen zu dieser Kultur, welche passen nicht?

Es geht also von innen heraus: Erst wenn Unternehmen ihre Talent-Persona geklärt haben, folgt Schritt zwei. Dabei gilt: Erst identifizieren, welche Merkmale der Arbeitgeberidentität attraktiv auf diese Personengruppe wirken und diese um weitere Aspekte zu schärfen und zu erweitern. Im letzten Schritt geht es darum, diese Aspekte sichtbar zu machen, um das Interesse der Zielgruppe für sich zu gewinnen und sich von anderen Arbeitgebern zu differenzieren.


Wir möchten nicht nur arbeiten, um unser Geld zu verdienen. Wir möchten unsere Lebenszeit mit einem Purpose versehen.

Line Therese Hübner

Wissen die Unternehmen aus Deiner Erfahrung heraus denn, was sie suchen?

Nein, überhaupt nicht. Doch sie denken, sie wissen es. Sie denken, wenn sie die Stellenanzeigen definiert haben, haben sie geklärt, wen sie denn suchen. Doch es geht weit über Stellenanzeigen hinaus, die – aber das nur am Rande bemerkt – meistens auch fehlerhaft formuliert und definiert wurden. Man kann sich das vorstellen, wie ein HausGrundgerüst, das falschfehlerhaft gebautaufgestellt wurde. Unternehmen möchten in den “Innenausbau” gehen und beispielsweise Benefits definieren, ohne dabei ein stabiles Fundament aufgebaut zu haben.

Ein Beispiel: Ein Unternehmen hatte einst unbegrenzte Urlaubstage angeboten. Das hat für sehr viele Bewerbungen gesorgt. Der Benefit wurde daher als Erfolg abgestempelt. Ein Irrtum! Die Bewerbungen, die das Unternehmen damit generiert hat, haben überhaupt nicht zu der Unternehmenskultur gepasst. Das Unternehmen war ein junges Start-up und brauchte ein Team, das gerne die Extrameile geht – und ambitioniert und motiviert arbeitet. Im Prinzip hat das Unternehmen Intrapreneure gesucht. Das Benefit unbegrenzte Urlaubstage hat nun leider dazu geführt, dass sich viele junge Talente beworben haben, die sich gerne im Dauerurlaub befinden möchten.

Und genau das ist der Fehler, den viele Unternehmen begehen: HR-Maßnahmen und -Erfolge werden zu einseitig betrachtet.

Unternehmen müssen detailliert herausfinden, wer die Talent-Persona ist und sich ein umfassendes Bild von dieser Zielgruppe machen. Hierbei sollen nicht nur die beruflichen Fähigkeiten geklärt werden. Vielmehr soll sich ein detailliertes Bild von der Personengruppe gemacht werden und geklärt werden, welche Interessen und Hobbys diese Person auch im Privaten nachgeht. Darauf aufbauend können dann beispielsweise Benefits ausgewählt werden.

Welche Schritte sollte denn eine HR-Abteilung gehen, um geeignete Kandidaten der Gen Z anzuziehen?

Schritt eins: Arbeitgeberidentität definieren. Sowohl eine Ist-Analyse, als auch eine Soll-Definition. Hierzu gehört ebenfalls die Talent-Persona. Denn wie bereits erwähnt, es geht nicht darum, DIE Generation Z für sich zu gewinnen. Es geht darum, zur Kultur passende Kandidaten anzuziehen.

Schritt zwei: Sichtbarmachen der Arbeitgeberidentität. Sprich, wie kann das Unternehmen seine Arbeitgeberidentität kommunizieren und sichtbar machen.

Schritt drei: Candidate-Experience ausbauen. Es nützt einem Unternehmen nichts, allein davon zu erzählen, was die Werte sind und wie sich die Kultur definieren lässt. Um authentisch zu sein und die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen langfristig zu halten, muss die Identität erlebbar gemacht werden.


About: Line Hübner

Line Hübner ist als selbstständige Recruiting- und HR-Beraterin tätig. Sie verschafft ihren Kunden Zugang zu jungen Fachkräften der Generation Z und bindet die Kandidaten ab dem Erstkontakt. Ihre Vision ist es, den Fachkräftemangel zu beseitigen, indem mehr Menschlichkeit in die Unternehmenswelt Einzug hält. Die Recruiting-Baustellen ihrer Kunden betrachtet sie ganzheitlich und beseitigt sie mit kreativen und innovativen Lösungen. 

Kontakt zu Line: https://www.line-huebner.com/ oder https://www.linkedin.com/in/line-huebner-recruiting-genz-expert/

„Datenkompetenz ist kein Hexenwerk“

Der Trend in den Berufen geht dazu, mehr und mehr Datenkompetenz in den Mittelpunkt zu stellen. Milad Safar, Geschäftsführer der Weissenberg Group, erklärt Euch im Interview, wie Ihr das Verständnis dafür aufbauen könnt. Und er sagt auch: Datenkompetenz kann jeder lernen.

Herr Safar, viele Berufe verändern sich und das Stichwort „datengetrieben“ hält Einzug in den Berufsalltag. Wie kann ich mich als junger Mensch dem Thema „Datenkompetenz“ nähern?
In der heutigen Welt sind Daten die neue Währung. In fast allen Jobs muss man mit Daten umgehen können. Die Fähigkeit zur Datenanalyse und -interpretation wird deshalb immer wichtiger. Denn mit dem entsprechenden Datenwissen durchschaut man komplexe Themen besser und trifft sachlich begründete Entscheidungen. Datenkompetenz eröffnet neue Berufsfelder und Karrierechancen und bildet die Grundlage, um die Zukunft aktiv mitzugestalten.
Zur Entwicklung dieser essenziellen Datenkompetenz werden eine Vielzahl von Online-Trainings und Leitfäden angeboten, die es ermöglichen, auf spielerische Weise in die Grundlagen der Datenanalyse einzutauchen. Verschiedene Plattformen und Blogs, wie etwa der Weissenberg Business-Blog über RPA & Digitalisierung, vereinfachen den Prozess des tieferen Eintauchens in die Materie und bahnen den Weg zum Expertentum. Um das Gelernte in die Praxis umzusetzen, bieten sich beispielsweise Hackathons an, die eine exzellente Plattform darstellen, um in Teamarbeit an realen Herausforderungen innovativ zu arbeiten.
Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Datenkompetenz ist keine Hexerei, sondern eine erlernbare Fähigkeit. Mit etwas Motivation kann jeder die digitale Zukunft meistern.

Welches Verständnis brauche ich dazu?

„Jeder kann Datenkompetenz aufbauen, das ist kein Hexenwerk. Du brauchst nur etwas technologisches Verständnis und viel zwischenmenschliche Kompetenz“, bricht Milad Safar die Frage nach dem Erwerb von Datenkompetenz herunter.

Die Grundlage für den Erwerb von Datenbeherrschung bildet eine Mischung aus eingehendem technologischen Verständnis und stark entwickelten zwischenmenschlichen Kompetenzen. Es handelt sich hierbei um die Kompetenz, klar und logisch zu analysieren, Verknüpfungen intuitiv zu erfassen und zu begreifen.
Wichtig sind daher analytische Fähigkeiten, um Strukturen sowie Verhältnisse in den Daten zu identifizieren, was für fundierte, auf Daten basierende Entscheidungen ausschlaggebend ist. Um Einsichten auch für Laien nachvollziehbar darzulegen, ist es essenziell, komplexe Sachverhalte deutlich und knapp vermitteln zu können. Eine wirkungsvolle Vermittlung kann die Kluft zwischen Datenspezialisten und strategischen Entscheidern überbrücken und zu mehr fundierten Entscheidungen auf Unternehmensebene beitragen.
Darüber hinaus sind Fertigkeiten in der Problemlösung für Daten-Profis zwingend notwendig, um vielschichtige Herausforderungen zu identifizieren, zu analysieren und zu bewältigen. Zusammenfassend erfordert es neben der Gabe, kritisch zu reflektieren, effizient zu kommunizieren und komplexe Hindernisse zu meistern, auch eine ausgeprägte Teamfähigkeit, ein gewisses Maß an Geschäftstüchtigkeit und die Bereitschaft zur Anpassung.

Immer häufiger fällt der Begriff Robotic Process Automation. Können Sie das an einem einfachen Beispiel erklären?
Viele Mitarbeiter sind heute immer noch im Unternehmen damit beschäftigt, nervtötende, stupide, sich immer wiederholende Aufgaben zu erledigen. Mit Robotic Process Automation (RPA) gehört dieses Szenario der Vergangenheit an. RPA ist die Automatisierung repetitiver Aufgaben durch Software-Bots. Diese Bots sind kleine Programme, die lernen, einfache Tätigkeiten wie Dateneingabe, Abrufen von Informationen und Bearbeiten von Anfragen auszuführen.
Ein Beispiel: Sie arbeiten im Kundenservice und erhalten täglich Dutzende von E-Mails mit Fragen zu Bestellungen. Ein Software-Bot kann diese E-Mails automatisch kategorisieren, die Fragen verstehen und mit Standardantworten schnell beantworten. So haben Sie mehr Zeit für komplexere Anliegen, die menschliche Expertise erfordern.
RPA könnte man mit einem Schweizer Taschenmesser vergleichen. Es ist vielseitig einsetzbar im Kundenservice, Finanzwesen, Personalwesen, in der IT und in vielen weiteren Bereichen. Es ist sehr effizient, weil es Zeit spart, Prozesse beschleunigt, weniger Fehler macht als jeder Mitarbeiter und Personalkosten und manuelle Arbeit reduziert. Die Automatisierung von Prozessen schafft Freiräume für die Mitarbeiter, um sich weiterzuentwickeln und Potenziale für die Zukunftssicherung des Unternehmens auszuschöpfen.

Wie hängt das nun mit der Veränderung der Arbeitswelt zusammen?
Das hohe Automatisierungstempo als Treiber der Digitalen Transformation bringt nicht nur Chancen, sondern auch Herausforderungen mit sich. Unbestritten ist, dass die Prozessautomatisierung der Enabler für eine erfolgreiche und zukunftssichere Organisation ist. Sie ist zweifellos ein Mittel, um durch die Automatisierung komplexer Prozesse den Fachkräftemangel im Unternehmen abzufedern und gleichzeitig das Wirtschaftswachstum zu sichern. Das kommt besonders zum Tragen, wenn Unternehmen beispielsweise von einer hohen Zahl von altersbedingten Abgängen betroffen sind, den Arbeitsbetrieb aber gleichzeitig aufrechterhalten müssen.
Angesichts der globalen wirtschaftlichen und politischen Lage ist die Prozessautomatisierung ein Instrument, das die Effizienz der Prozesse steigert und damit zu einer höheren Produktivität führt. Höhere Produktivität führt zu niedrigeren Preisen, niedrigere Preise führen zu mehr Aufträgen und Wachstum. Der einzige Haken an der Geschichte: Es werden völlig neue Arten von Arbeitsplätzen entstehen, die einen ganz anderen Skillset erfordern. Und hier sind wir wieder bei der Datenkompetenz.

Noch eine Frage zum Schluss: Angenommen, Sie begegnen jetzt Ihrem jüngeren Ich, das kurz vor dem Abschluss seines Studiums steht und in die Berufswelt eintreten will. Was würden Sie Ihrem jüngeren Ich raten?
Das Arbeitsleben gleicht einer spannenden Reise voller unerwarteter Wendungen und spannender Aufgaben. Eine optimistische Haltung, gepaart mit einer unaufhörlichen Lernbereitschaft, ebnet den Weg für jeden Einzelnen, seine beruflichen Ambitionen Realität werden zu lassen. Es ist von essenzieller Bedeutung, in die eigene Kompetenz und das persönliche Potential zu vertrauen, denn dies erleichtert es ungemein, angestrebte Meilensteine zu erreichen.
Mit Motivation, die von innerer Begeisterung und Freude an der eigenen Tätigkeit getragen wird, lassen sich selbst die größten Schwierigkeiten meistern. In einer Ära, in der technische Innovationen den Berufsalltag kontinuierlich verändern, ist es entscheidend, sich für innovative Ideen zu öffnen und die eigenen Kenntnisse fortlaufend zu erweitern. Dies wird umso wichtiger, weil man im Zuge der lebhaften Veränderungen in der Arbeitswelt gelegentlich gezwungen ist, seine beruflichen Pläne neu auszurichten.
Wie schon erwähnt, gewinnen neben den fachspezifischen Kenntnissen zunehmend auch überfachliche Kompetenzen an Bedeutung, darunter kritisches Denken, die Fähigkeit zur Lösungsfindung, effektive Kommunikation und die Kunst der Zusammenarbeit. Ein nachhaltiger Erfolg in der zukünftigen Arbeitswelt setzt eine kontinuierliche Weiterbildung in diesen Bereichen voraus. Das Berufsleben bietet kaum Raum, um passiv auf Gelegenheiten zu warten. Vielmehr sollte man ihnen mit Offenheit und Aktivität begegnen, denn häufig bietet sich eine Chance kein zweites Mal.


Bildquelle / Lizenz: Foto von Killian Cartignies auf Unsplash

Sales Specialist: Denn Menschen kaufen von Menschen

Die Konzentration auf künstliche Intelligenz in der Arbeitswelt verkennt eine Sache: Menschen kaufen von Menschen. Das gilt im Business-Kontext umso mehr. Und damit gehört der Sales Specialist auf jeden Fall in unsere Rubrik: Future Jobs.

Die täglichen Aufgaben als Sales Specialist sind natürlich stark unterschiedlich, je nach Unternehmen und Branche. Im Kern geht es darum, Kundenbeziehungen aufzubauen, Verkäufe zu generieren und zum Erfolg des Unternehmens beizutragen.

Hier sind einige klassische Tätigkeiten, die ein Sales Specialist typischerweise zu tun hat:

  1. Kundenbetreuung: mit bestehenden Kunden sprechen, um ihre Bedürfnisse zu verstehen, ihre Zufriedenheit sicherzustellen und mögliche Probleme zu lösen.
  2. Neukundenakquise: potenzielle Kunden identifizieren, aktiv auf sie zugehen und Verkaufsaktivitäten durchführen, um neue Geschäftsmöglichkeiten zu erschließen.
  3. Produktpräsentation und Beratung: Produkte oder Dienstleistungen potenziellen Kunden anbieten, beraten und bezogen auf ihre Bedürfnisse die bestmöglichen Lösungen anbieten.
  4. Angebots- und Vertragsmanagement: Angebote erstellen, Verträge verhandeln und Geschäfte abschließen, um Umsatzziele zu erreichen.
  5. Marktanalyse: Trends identifizieren, Wettbewerbsinformationen sammeln und Verkaufsstrategien entsprechend anpassen, ist etwas, das in regelmäßigen Abständen erfolgt.
  6. Zusammenarbeit mit anderen Teams: Talente im Sales arbeiten eng mit Marketing, Produktentwicklung und Kundendienst zusammen, um sicherzustellen, dass die Kundenbedürfnisse effektiv erfüllt werden und die Unternehmensziele erreicht werden.
  7. Fortschrittsüberwachung und Berichterstattung: Auch das gehört dazu: Regelmäßig die eigene Arbeit reflektieren und den Fortschritt von Verkaufsaktivitäten festhalten. Das kann auch durchaus in Form von Berichten geschehen. In jedem Fall informiert ein Sales Specialist seine Führungskräfte über Erfolge und Herausforderungen.
  8. Weiterbildung und Weiterentwicklung: Um den Kunden die bestmögliche Lösung für ihre Bedarf anbieten zu können, ist es enorm wichtig, über Branchentrends, Produktentwicklungen und Verkaufstechniken auf dem Laufenden zu bleiben. Daher sind Schulungen ein wichtiger Teil der Arbeit, um die eigenen Fähigkeiten kontinuierlich zu verbessern.

Welche Stärken sollte ein Sales Specialist im allgemeinen mitbringen:

  1. Kommunikationsfähigkeiten: klar und überzeugend kommunizieren, sei es persönlich, am Telefon oder schriftlich. Als Sales Specialist sollte man in der Lage sein, komplexe Informationen verständlich zu vermitteln und auf die Bedürfnisse der Kunden einzugehen.
  2. Kundenorientierung: von zentraler Bedeutung ist es, die Bedürfnisse der Kunden zu verstehen und ihnen maßgeschneiderte Lösungen anzubieten. Dazu gehört auch die Fähigkeit, zuzuhören und die richtigen Fragen zu stellen.
  3. Überzeugungskraft: Kunden die Vorteile der eigenen Produkte oder Dienstleistungen darzustellen sollte zu einer der Fähigkeiten gehören, die ein Sales Specialist nach einer Einarbeitungszeit hat. Dazu gehört es auch, auf Einwände der Kunden einzugehen und diese in die Überlegungen mit einzubeziehen.
  4. Analytisches Denken: komplexe Situationen analysieren, Marktinformationen interpretieren und fundierte Entscheidungen treffen, um Verkaufsstrategien zu entwickeln und anzupassen gehört zu den großen Stärken eines Sales Specialist.
  5. Zielorientierung: die Motivation, sich ständig zu verbessern, um sowohl persönliche als auch Unternehmensziele zu erreichen, sollte intrinsisch sein.
  6. Teamarbeit: Sales funktioniert nur im Austausch mit anderen Abteilungen im Unternehmen. Marketing, Produktentwicklung und Außendienst haben wir ja oben schon genannt. Als guter Teamplayer geht es natürlich um den Austausch und die Vermittlung von Best Practices.

Diese Liste ließe sich sicherlich noch forsetzen, doch damit erhältst Du schon einmal eine Möglichkeit, zu entscheiden, ob Dir der Job des Sales Specialist gefällt.

Was macht ein Sales Specialist am liebsten? Herausforderungen meistern – und wenn Du jetzt Bock hast, Dich in das große weite Feld der Kommunikation mit Kunden hineinzufuchsen, sei Dir dieses Stellenangebot besonders empfohlen.


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Die KI-Therapie gegen den Fachkräftemangel

Fachkräfte werden praktisch überall händeringend gesucht – gleichzeitig wird der massenhafte Verlust von Arbeitsplätzen durch Künstliche Intelligenz beschworen. Schlüssig klingt das nicht, meint Monika Schmetzer, Director Business Operations DACH beim weltweit führenden Anbieter von Cloud-basierter Unternehmenssoftware IFS. Der viel interessantere Gedanke wäre es ihrer Meinung nach doch, KI gezielt zur Lösung des Fachkräftemangels einzusetzen.

Künstliche Intelligenz wird oft und gerne unter den Generalverdacht gestellt, viele Arbeitsplätze überflüssig zu machen – und teilweise stimmt das sogar. Doch diese Entwicklung betrifft vor allem Aufgaben und Berufsbilder mit wiederkehrenden, hochstandardisierten und regelbasierten Tätigkeiten. Sie sind meist eingebunden in starre Prozesse, die wenig Engagement fordern, und es oft gar nicht erst zulassen. Kein Wunder, dass solche Arbeiten nicht besonders attraktiv eingeschätzt werden, wenig motivationsfördernd sind und vorhandene Potenziale nicht ausschöpfen. Dazu zählen beispielsweise typische Eingangsverarbeitungsprozesse wie E-Mail-Sortierung oder Rechnungsverarbeitung.

Ein kurzer Blick in die Historie der industriellen wie auch der digitalen Revolution zeigt, dass dieses Phänomen nicht neu ist, sondern sich mit der Instrumentalisierung der KI quasi in moderner Form wiederholt: Die Automatisierung monotoner, stumpfsinniger Tätigkeiten zieht sich wie ein roter Faden durch die Evolution der Arbeitswelt. Und sie macht frei für die Erfüllung wichtiger Aufgaben von größerem Wert für die Gesellschaft (beispielsweise soziale Berufe in der Bildung oder der Pflege) oder höheren wirtschaftlichen Wertschöpfungspotenzialen für Unternehmen, ganz zu schweigen von der Arbeitszufriedenheit der Betroffenen selbst.

KI ersetzt menschliche Arbeit …

So gesehen ist KI nur die nächste logische Stufe in diesem Prozess. Sie wird dringend dafür gebraucht, Menschen von einfachen Arbeiten zu entlasten und sie für bessere produktive, kreative oder karitative Einsatzmöglichkeiten freizustellen. Freistellung ist also nicht als Kündigung, sondern als ein notwendiger Schritt zu anspruchsvolleren, werthaltigeren Berufsbildern zu sehen. Genau genommen haben wir gar keine Alternative zur Integration von KI, um die Herausforderungen unserer hochdifferenzierten Arbeitswelt zu bewältigen. Eine andere Option ist weit und breit nicht zu sehen.

… und unterstützt menschliche Arbeit

Die Warnungen, dass KI menschliche Arbeit ersetzt und Arbeitsplätze in großem Umfang vernichtet, sieht Monika Schmetzer nicht. Für sie ist KI ein Werkzeug, das monotone Arbeiten abnehmen kann.

Besonders interessant wird dies da, wo KI menschliche Arbeit nicht überflüssig macht, sondern unterstützt. KI kann nicht nur bestimmte Tätigkeiten und Berufsfelder übernehmen, sie hilft auch dort, wo Menschen nach wie vor dringend gebraucht werden. In diesem Kontext sprechen wir also nicht von Substitution, sondern von Kooperation. Eine Maschine wartet und repariert sich beispielsweise (noch) nicht selbst. Aber der Einsatz prediktiver KI sorgt im Maintenance-Umfeld dafür, dass Service-Spezialisten nur dann vor Ort sein müssen, wenn dort wirklich gebraucht werden. Überflüssige Inspektionen nach starren Serviceintervallen können entfallen. Generative KI erweitert die Einsatzmöglichkeiten über solche Einsatzszenarien hinaus um ein Vielfaches. Sie kann beispielsweise bei anspruchsvollen Aufgaben über den gesamten Sales Cycle hinweg hilfreich sein, von der Marktsondierung über Nachfragegenerierung bis zur Angebotserstellung, von Asset Management oder Aftermarket Services bis hin zu Transport und Logistik. Der sich daraus ergebende Wettbewerbsvorteil führt zu einem Anwendungsdruck, dem sich kein erfolgsorientiertes Unternehmen entziehen kann. Dass das Bildungswesen in seiner ganzen Breite von der Einschulung bis zum Mitarbeiter-Training da mitziehen muss, ist keine Frage. Instruktive KI-Schulungen sind in Unternehmen daher ein Muss. Und wenn wir schon beim Thema Mensch und KI sind: Nachwuchstalente sind in der Regel an den gerade angesagten Technologien ganz besonders interessiert und entscheiden sich im Zweifelsfall lieber für Unternehmen, die auch und gerade in diesem Punkt etwas zu bieten haben.

Ohne Kreativität bleibt KI ein stumpfes Werkzeug

KI ist jedoch weitaus mehr als „nur“ ein potenzieller Ausweg aus dem Fachkräftemangel. Sie wird die Arbeitswelt, die Freizeitwelt und generell die Art und Weise wie wir leben grundlegend verändern. Und wenn wir es richtig machen, wird sie uns auch bereichern. Um so wichtiger ist es, Entwicklungen frühzeitig zu antizipieren und positiv zu beeinflussen. Auch hier haben wir Beispiele aus der Vergangenheit, an denen wir uns orientieren können. Die dreckigen, ohrenbetäubenden Chaplin‘schen Maschinenhallen wurden durch die Produktionsautomatisierung ebenso obsolet wie die langen Tischreihen klappernder Büro-Schreibmaschinen durch die Digitalisierung. Auch bei der KI geht es letztlich darum, sie richtig einzusetzen. Doch dafür muss man sich intensiv damit auseinandersetzen.

KI darf keine Blackbox sein. Nur wenn sie transparent ist und beeinflussbar bleibt, ist sie das richtige Werkzeug für die Modernisierung der Arbeitswelt. Über der Stufenleiter von analytischer, prediktiver und jetzt auch generativer KI gibt es ja immer noch die menschliche Intelligenz als kreatives und verantwortungsbewußtes Steuerungs- und Kontrollinstrument. Es wäre fatal, darauf verzichten zu wollen.


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Künstliche Intelligenz: Ängste abbauen

Die Veröffentlichung von ChatGPT schürt bei vielen Menschen Ängste um ihren Arbeitsplatz. Diese Bedenken sind angesichts der Leistung aktueller KI-Anwendungen nachvollziehbar, aber nicht nötig. Die Arbeit wird in wenigen Jahren ohne Künstliche Intelligenz kaum zu bewältigen sein. Damit die Menschen in den Unternehmen ihre Vorbehalte verlieren, empfiehlt Sridhar Iyengar, Managing Director von Zoho Europe, vor allem eines: Kommunikation. Zudem hat er vier Punkte aufgeführt, die es zu beachten gilt.

Gerade erst haben Angestellte die Pandemie hinter sich, die weltweit für große Angst vor dem Job-Verlust sorgte, schon sehen sie sich mit den nächsten Schrecken konfrontiert: Automatisierung und künstliche Intelligenz sind unaufhaltsam auf dem Vormarsch und schicken sich an, die Arbeitswelt zu revolutionieren. Während diese Technologien die Customer Experience schon heute positiv beeinflussen, haben sie jedoch auch das Potenzial, Arbeitnehmende zu verunsichern und damit die Employee Experience zu torpedieren. Mit ein paar Schritten können Bedenken eingefangen werden.

Erster Schritt: Technologie als Chance bewerben

Kommunikation ist und bleibt das wichtigste Mittel, um den Mitarbeitenden die Angst vor Automatisierung und künstlicher Intelligenz zu nehmen. Daher sollten Unternehmen immer wieder betonen, dass diese Technologien nicht dazu dienen, Menschen zu ersetzen, sondern sie zu unterstützen. Sie übernimmt in der Regel redundante Arbeiten, um Angestellten mehr Freiräume für wertschöpfende Aufgaben zu schaffen. Auf diese Weise erhöht sich die Leistung und dadurch auch die Bedeutung menschlicher Arbeit.

Empathie, Flexibilität und Kreativität sind Eigenschaften, die Algorithmen schlicht nicht ersetzen können.

Sridhar Iyengar

Zweiter Schritt: Upskilling fördern

Automatisierung ist schön und gut, aber nur dann, wenn die Mitarbeitenden auch etwas mit der so geschaffenen Zeit anfangen können. Unternehmen sollten daher in Schulung ihrer Angestellten investieren. Einerseits müssen diese lernen, mit den neuen Technologien in ihrem Arbeitsbereich sicher umzugehen. Andererseits sollten Unternehmen ihre Mitarbeitenden – je nach persönlichen Talenten und Interessen – dahingehend fördern, die eigene Organisation bestmöglich voranzubringen.

Dritter Schritt: Menschlichkeit bewahren

Gerade im Kundenkontakt sind menschliche Attribute Gold wert. Chatbots können nach heutigem Stand der Technik den Turing-Test vielleicht bestehen, sodass das Gegenüber die maschinell erstellten Text-Antworten nicht von denen einer Person unterscheiden kann – aber das macht sie noch nicht zu Menschen. Empathie, Flexibilität und Kreativität sind Eigenschaften, die Algorithmen schlicht nicht ersetzen können. Ab einem gewissen Punkt ist daher menschliches Eingreifen im Kundenkontakt unumgänglich, denn gerade sehr spezifische Anfragen oder individuelle Probleme können Bots – Stand heute – noch nicht lösen. Für Unternehmen lohnt es sich daher, diese Fähigkeiten ihrer Angestellten zu fördern. Weiterbildungen für die Optimierung von Social Skills und Trainings in Konfliktmanagement sowie Kommunikation wirken wahre Wunder.

Vierter Schritt: Neue Jobs schaffen

Die Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine wird sich in den kommenden Jahren deutlich zunehmen. Die engere Verzahnung führt nicht nur dazu, dass bisherige Berufe einem stetigen Wandel unterliegen, auch gänzlich neue Jobs werden entstehen. Unternehmen sollten die Gelegenheit daher beim Schopf ergreifen und sich bereits jetzt mit der Frage befassen, welche neuen Stellen künftig zu schaffen sind und wie ihre Belegschaft entsprechend auszubauen ist.

„Vor neuen Technologien muss niemand Angst haben“, beruhigt Sridhar Iyengar, Geschäftsführer von Zoho Europe. „Natürlich hat die rasante Entwicklung in Sachen Automatisierung und künstlicher Intelligenz das Potenzial, gewisse Arbeiten zu übernehmen. Allerdings eröffnen sie den Menschen, die sie bis dato innehaben, auch neue Möglichkeiten, den eigenen Horizont zu erweitern und sich anderen, sinnstiftenden Aufgaben zu widmen. Unternehmen tun gut daran, durch Technologien eingesparte Ressourcen in die Aus- und Weiterbildung ihrer Angestellten zu stecken – dann profitieren alle Seiten davon.“

Next-Level PR

Wie sieht der PR-Berater der Zukunft aus? Vielleicht erst einmal eine kurze Einführung in das, was ein PR-Berater so macht: Er kümmert sich leidenschaftlich um die Kommunikationsarbeit seiner Kunden.

Dieses Feld ist so groß, dass viele Unternehmen diese Arbeit Agenturen überlassen um sich selbst auf das Tagesgeschäft konzentrieren zu können. Öffentlichkeitsarbeit ist unter anderem, beharrlich ein Produkt oder eine Dienstleistung oder ein Unternehmen so medial einzubinden, dass die Menschen dort draußen ein bestimmtes Bild vermittelt bekommen. Um dieses Bild an die Menschen zu transportieren, stehen den Unternehmen viele Möglichkeiten zur Verfügung. Unter anderem eben auch Medien, Veranstaltungen und Messen.

Eines der täglichen Aufgabengebiete heißt, Kontakte zu Journalisten herzustellen und ein Unternehmen dort zu pitchen, sodass der Journalist darüber berichtet. Dazu braucht der PR-Berater ein Thema – und zwar eines, dass diesen Journalisten interessiert. Das bedeutet auch, dass er erst einmal ein Thema haben muss, dass zu diesem Journalisten passt. Schließlich ruft er nicht wahllos in Redaktionen an, sondern versucht seine Idee so zu pitchen, dass der Journalist direkt drauf anspringt.

Journalisten haben nämlich – wenn sie überhaupt erreichbar sind – fast keine Zeit, sie sind immer auch zeitkritisch bis zum nächsten Redaktionsschluss unterwegs. Außerdem ist in den meisten Verlagen Anzeigen und Redaktion streng getrennt – das hat auch rechtliche Gründe. Daher führt kein Weg am Thema vorbei. Agenturen sind dann erfolgreich, wenn Zitate oder Themen so gesetzt sind, dass der Agenturkunde damit wie gewünscht in der Öffentlichkeit auftritt.

Wie sieht nun also der Beruf des PR-Beraters der Zukunft aus?

  • Er ist ein „Geschichtenerzähler“: Damit meinen wir natürlich keine Märchen. Jedoch ist wissenschaftlich erwiesen, dass das Gehirn in Bildern denkt. Das wird im Marketing bereits seit langem eingesetzt. Etwas zu erklären funktioniert mit Metaphern und greifbaren Beispielen deutlich besser als wenn diese fehlen.
  • Er wird datengetrieben: Zunehmend sind Daten wichtig um eine Geschichte zu erzählen. Denn mit je mehr Daten eine Geschichte „gefüttert“ ist, umso relevanter wird sie in den Redaktionen.
  • Er ist ein Netzwerker: Starke und belastbare Kontakte und Netzwerke bieten Wissen. Dieses Wissen braucht der PR-Berater, um seine Ideen und „Geschichten“ an Menschen vermitteln zu können. Dabei gilt die Regel: Geben ist seliger denn nehmen.
  • Er ist ein Organisierer: Um den Überblick zu behalten über das vielfältige Aufgabengebiet ist es von Vorteil, Strukturen zu schaffen, die es ihm erlauben, schnell zwischen Aufgaben switchen zu können. Denn sehr oft kommt es vor, dass eine Aufgabe dazwischengeschoben werden muss, die so vorher nicht auf dem Schirm war. Vielfach kommt auch die Organisation von Events in seinem Beruf vor.
  • Er ist ein Teamplayer: Spätestens ab dem Senior-Level hat der PR-Berater sein eigenes Team, dass er führt. Als Junior ist er meistens ein Teil dieses Teams. Dieses Team steht hinter ihm, um ihm bei den vielfältigen Aufgaben zu helfen. Das können Data Science Spezialisten sein, Recherche Teams oder Redakteure, die Fachtexte aufbereiten. Der PR-Berater ist die Schnittstelle all dieser Menschen zum Kunden und das „Sprachrohr“ des Teams.

Wenn Du nun Lust hast auf eine Tätigkeit, bei der Dich ein Team stützt und die bei den Berufen der Zukunft ganz vorne steht, dann schau Dir das hier mal an.

Irgendwas mit Medien?

Es gab eine Zeit, in der hieß es „Irgendwas mit Medien“ und es klang nach: Ich weiß halt nichts besseres. Aktuell kann der Rat lauten, „Irgendwas mit Medien“ zu machen. Der Grund dafür ist einfach: Medien schaffen Beziehungen. Und Beziehungen funktionieren Mensch zu Mensch.

In der Arbeitswelt der Zukunft wird es auf diese Beziehungen ankommen. Sie sollten belastbar sein und einem die Möglichkeit bieten, sein Wissen zu erweitern. Um zu starten, bietet sich ein Traineeship PR- und Marketing an. Das kann Dein Start in die Medienwelt sein.
Du lernst, zu recherchieren, kreative Ideen zu entwickeln, umzusetzen und zu pitchen. Du wirst Deine eigenen Beiträge verfassen und Dein Netzwerk aufbauen. Dafür brauchst Du natürlich Ideen und die Fähigkeit, diese auch zu kommunizieren. Du bist immer Teil eines Teams, daher ist es wichtig, zu wissen, wie Du andere von Deinen Ideen überzeugst bzw. andere Ideen zuzulassen, wenn diese besser als Deine sind.
Du arbeitest in der Regel in Agenturen oder Unternehmen. Bei guten Unternehmen und Agenturen bekommst Du einen Buddy an die Hand, der dich nicht nur einarbeitet, sondern langfristig begleitet. Diese Agenturen und Unternehmen sind auf wachsende Hierarchien ausgelegt und planen langfristig. Sie wollen, dass Du bleibst und Dich weiterentwickelst.

Das kannst Du lernen

Du kannst lernen, wie Recherche funktioniert, komplexe Themen und Märkte analysiert werden und Trends so aufbereitet werden, dass Schlussfolgerungen gezogen werden können.

In einer guten Agentur wirst Du eng mit der Kreation zusammenarbeiten und unterschiedliche Arten von Content erstellen: Blogbeiträge, Fachartikel aber auch Rich-Media-Inhalte in Zusammenarbeit mit den jeweiligen Content-Profis. Auch die Kreation als solche, also die Entwicklung von Ideen, wirst Du lernen. Wie also aus ein paar Gedanken eine Kampagne wird.

Absolut essentiell ist das Netzwerken, der Aufbau und die Pflege von Beziehungen. Auch das wirst Du lernen. Last but not least wirst Du lernen, wie man den Erfolg einer Kampagne misst.

Wenn Du nun Lust hast auf „Irgendwas mit Medien“, schau Dir einfach mal das hier an.