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Early Birds: Berufsunfähig-keitsversicherung clever shoppen

Auch nach dem Black Friday kann man günstig einkaufen. Für junge Menschen lohnt sich zum Beispiel der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung – und zwar auf Dauer. Risikoschutz-Expertin Natascha Brandenburg vom Versicherer Canada Life zeigt Euch, warum das so wichtig ist.

Ausbildung oder Studium: Ein kleiner Vergleich

Mittlerweile gilt das deutsche Schulsystem als durchlässiger als je zuvor. Auch am Ende einer Ausbildung kann das Studium an einer Fachhochschule erfolgen. Doch noch immer ist die Entscheidung zwischen Studium und Ausbildung auch gleichzeitig eine Entscheidung über die weitere berufliche Entwicklung.

Beide Optionen haben ihre Berechtigung. Entscheidend ist, was ihr erreichen wollt. Sich darüber im Klaren zu werden, ist schwer genug. Die Entscheidung zwischen einer beruflichen Ausbildung und einem Studium ist eine der bedeutendsten Weichenstellungen im Leben junger Menschen. Generation Y und Generation Z stehen vor der Herausforderung, die beste Bildungsform für ihre individuellen Bedürfnisse und Karriereziele zu wählen. Beide Optionen bieten einzigartige Vor- und Nachteile, die im Folgenden beleuchtet werden.

Was spricht für eine Ausbildung?

  1. Praxisnähe: Ein großer Vorteil der Ausbildung ist die unmittelbare Praxiserfahrung. Azubis arbeiten von Anfang an in ihrem gewählten Berufsfeld und sammeln wertvolle, praktische Erfahrungen, die ihnen den direkten Berufseinstieg erleichtern.
  2. Früher Verdienst: Azubis verdienen bereits während ihrer Ausbildung Geld, was besonders für diejenigen attraktiv ist, die früh finanziell unabhängig sein möchten. Das Ausbildungsgehalt bietet eine finanzielle Grundlage, die es ermöglicht, schneller eigene Projekte oder einen eigenen Haushalt zu finanzieren.
  3. Schneller Berufseinstieg: Die Ausbildungszeit ist in der Regel kürzer als ein Studium. Dies ermöglicht einen schnelleren Einstieg ins Berufsleben und die Möglichkeit, frühzeitig berufliche Erfahrungen zu sammeln und Karrierechancen zu nutzen.
  4. Klare Karrierewege: Viele Ausbildungsberufe bieten klare und strukturierte Karrierewege. Weiterbildungen und Meisterkurse können zudem weitere Aufstiegsmöglichkeiten bieten, ohne dass ein Studium notwendig ist.

Wo können Karrierehindernisse entstehen?

  1. Begrenzte Weiterbildungsmöglichkeiten: Trotz vorhandener Weiterbildungsoptionen sind die Karrierewege oft begrenzter als bei akademischen Abschlüssen. Höhere Führungspositionen sind häufig Absolventen mit Hochschulabschlüssen vorbehalten.
  2. Geringere Einstiegsgehälter: In vielen Branchen sind die Einstiegsgehälter für Auszubildende niedriger als für Hochschulabsolventen. Dies kann langfristig zu geringeren Einkommensmöglichkeiten führen.
  3. Spezialisierung: Eine Ausbildung führt oft zu einer frühen Spezialisierung, die es schwieriger machen kann, später den Beruf zu wechseln oder sich in andere Bereiche weiterzuentwickeln.

Was spricht für ein Studium?

  1. Breite Wissensbasis: Ein Studium bietet eine umfassende theoretische Ausbildung und vermittelt breites Wissen sowie kritische Denkfähigkeiten, die in vielen Berufsfeldern wertvoll sind.
  2. Bessere Verdienstmöglichkeiten: Akademische Abschlüsse führen in der Regel zu höheren Einstiegsgehältern und besseren langfristigen Einkommensperspektiven. Dies gilt insbesondere für Berufe in den Bereichen Medizin, Ingenieurwesen und Wirtschaft.
  3. Flexibilität und Karriereoptionen: Ein Studium eröffnet eine Vielzahl von Karrieremöglichkeiten und bietet die Flexibilität, in verschiedenen Branchen und Funktionen zu arbeiten. Akademische Abschlüsse sind oft Voraussetzung für höhere Führungspositionen und spezialisierte Fachbereiche.
  4. Akademische Weiterentwicklung: Ein Studium bietet die Möglichkeit zur weiteren akademischen Qualifikation, wie z.B. einem Master oder einer Promotion, die zusätzliche Karrierewege und Spezialisierungen ermöglichen.

Wo liegen die Hindernisse beim Studium?

  1. Hohe Kosten und Verschuldung: Studiengebühren, Lebenshaltungskosten und der Verzicht auf ein regelmäßiges Einkommen können zu erheblicher finanzieller Belastung und Schulden führen. Dies ist besonders relevant in Ländern mit hohen Studiengebühren.
  2. Theoretische Ausrichtung: Die theoretische Ausrichtung vieler Studiengänge kann zu einer Lücke zwischen akademischem Wissen und praktischen Anforderungen im Berufsleben führen. Absolventen müssen oft zusätzliche Praktika oder Traineeprogramme absolvieren, um praktische Erfahrungen zu sammeln.
  3. Längere Ausbildungszeit: Ein Studium dauert in der Regel länger als eine Ausbildung. Dies verzögert den Einstieg ins Berufsleben und die Möglichkeit, berufliche Erfahrungen zu sammeln und Karriere aufzubauen.

Nochmal: Individuelle Ziele gehen vor

Die Wahl zwischen Ausbildung und Studium hängt stark von den individuellen Zielen, Interessen und Lebensumständen ab. Eine Ausbildung bietet einen schnellen Einstieg ins Berufsleben und frühe finanzielle Unabhängigkeit, während ein Studium breitere Karriereoptionen und bessere langfristige Verdienstmöglichkeiten bietet. Das setzt allerdings voraus, dass das Studium zur eigenen, angestrebten Karrierewelt passt. Beispielsweise wird ein Philosophiestudium keine Führungsposition im Management eines Finanzkonzerns ermöglichen. Wenn, dann nur auf Umwegen über weitere Ausbildungen. Junge Menschen sollten ihre Entscheidung sorgfältig abwägen und dabei sowohl ihre kurz- als auch langfristigen Ziele berücksichtigen.


Praktika geben Orientierung: Nutzt die Möglichkeiten

Ihr habt immer die Chance, Praktika zu absolvieren. Neben den Pflichtpraktika in der Schule auch noch z.B. nach dem Abitur, während der Ferien oder neben der Schule. Es gibt keine bessere Möglichkeit, herauszufinden, was einem Spaß macht. Der Vorteil ist, sich nicht langfristig festlegen zu müssen. Mitunter sind sie sogar bezahlt. Praktika ermöglichen es zudem, wertvolle Kontakte in der Arbeitswelt zu knüpfen und potenzielle Arbeitgeber kennenzulernen, was sowohl für den späteren Berufseinstieg als auch für die Wahl der passenden Ausbildungs- oder Studienrichtung von Vorteil ist.


Bildquelle / Lizenz Aufmacher: Foto von Önder Örtel auf Unsplash

„Ein erfolgreicher Berufsabschluss ist nahezu eine Beschäftigungsgarantie“

Wir sprachen mit Markus Kiss. Er ist Referatsleiter Ausbildungspolitik und -projekte bei der Deutschen Industrie- und Handelskammer. Seit vielen Jahren beschäftigt sich der Experte mit der Lage auf dem Ausbildungsmarkt und der Weiterentwicklung der dualen Ausbildung in Deutschland. Nach langen Jahren, in denen das Studium ein rasantes Wachstum hingelegt hat, liegt nun die duale Ausbildung wieder fast gleichauf. Er sagt aber auch, dass viel zu wenige Jugendliche vollständig über die Chancen informiert sind, die sie haben – egal ob Studium oder Ausbildung.

Die meisten Jugendlichen entscheiden sich für ein Studium nach der Schule. Wie sah es in diesem Jahr aus?
Ganz so eindeutig ist der Trend zu einem Studium gar nicht mehr. Nachdem die Zahl der Studienanfänger jahrelang gestiegen ist, stagniert sie inzwischen. Es ist zudem ein positives Signal, dass sich in diesem Jahr insgesamt fast 490.000 Jugendliche für eine betriebliche Ausbildung entschieden haben – rund drei Prozent mehr als im Vorjahr. Damit liegen die Zahlen der Studienanfänger und Ausbildungsanfänger im dualen System etwa gleichauf. Es gibt außerdem noch weit über 150.000 junge Menschen, die sich für eine schulische Ausbildung, etwa in Gesundheits- oder Sozialberufen, entscheiden. Die werden bei der Gesamtbetrachtung häufig vergessen.

Historisch betrachtet: War das schon immer so?
Nein, früher lag die duale Ausbildung eindeutig vorn. Noch 1992 begannen fast doppelt so viele Jugendliche eine Ausbildung wie ein Hochschulstudium. Der rasante Anstieg der Studierendenzahlen ist vor allem damit zu erklären, dass immer mehr Schüler die Hochschulreife erwerben. Zu viele von ihnen glauben, dass der Weg zum beruflichen Glück nur durch ein Studium zu erreichen ist – und scheitern dann häufig. Mehr als jeder vierte deutsche Studienanfänger im Bachelor-Studiengang verlässt die Hochschule ohne Abschluss. Das sind mehr als 100.000 junge Leute pro Jahr, die in einer dualen Ausbildung vermutlich besser aufgehoben gewesen wären.

Gibt es Branchen, bei denen die Ausbildungsstellen besonders schwer zu besetzen sind? Oder haben es bestimmte Richtungen vielleicht besonders einfach? Wissen Jugendliche generell genug über die Möglichkeiten, die sie haben?
Es gibt in allen Branchen offene Ausbildungsplätze, besonders viele im Einzelhandel und in der Gastronomie, aber auch in der Lagerwirtschaft, in Metallberufen, im Bau oder im Lebensmittelbereich. Noch genügend Bewerber gibt es für Berufe in der Kfz-Technik, in Verwaltungsberufen, in der Softwareentwicklung, Tierpflege oder in künstlerisch-kreativen Berufen. Leider kennen noch immer zu wenige Schüler die Bandbreite der Ausbildungsberufe und die Vorteile einer Ausbildung: gute Verdienstaussichten, hervorragende Weiterentwicklungsmöglichkeiten und beste Chancen auf unbefristete Übernahme. Ein erfolgreicher Berufsabschluss ist nahezu eine Jobgarantie. Und eine nachfolgende Höhere Berufsbildung zum Meister oder Fachwirt kann sogar noch besser vor Arbeitslosigkeit schützen als ein Studium. Die IHK-Organisation hat daher in diesem Jahr eine bundesweite Kampagne mit echten Azubis gestartet. Die Botschaften „Ausbildung macht mehr aus uns“ und „Jetzt könnenlernen“ stehen im Zentrum. Wir brauchen aber dringend auch eine ausgewogene und praxisorientierte Berufsorientierung als Pflichtaufgabe an allen Schulen. Gymnasien dürfen nicht nur über das Studium, sondern müssen auch über die vielfältigen Chancen einer Ausbildung informieren.


„Wir dürfen nicht nachlassen, bei den jungen Menschen für eine duale Ausbildung zu werben und mit Vorurteilen aufzuräumen“, stellt Markus Kiss heraus. (Quelle: DIHK/ Paul Aidan Perry)

Welche Probleme ergeben sich Ihrer Meinung nach aus den unbesetzten Stellen?
Insgesamt können derzeit Betriebe schätzungsweise rund 1,8 Millionen Stellen längere Zeit nicht besetzen. Der Fachkräftemangel wird sich durch die vielen unbesetzten Ausbildungsplätze weiter zuspitzen. Jedes zweite Unternehmen, das längerfristig Stellen nicht besetzen kann, sucht erfolglos Fachkräfte mit einer abgeschlossenen Ausbildung. Die demografische Entwicklung verschärft die Herausforderungen. Wir haben heute rund 100.000 weniger Schulabgänger als vor zehn Jahren. Und in den nächsten Jahren verlassen pro Jahr bis zu 400.000 Beschäftigte mehr den Arbeitsmarkt als neu hinzukommen. Wir dürfen darum nicht nachlassen, bei den jungen Menschen für eine duale Ausbildung zu werben, mit Vorurteilen aufzuräumen und die Berufliche Bildung als wichtige Alternative zum Studium herauszustellen.

Was können Unternehmen tun, um auf sich aufmerksam zu machen?
Die Unternehmen kennen den hohen Stellenwert einer frühzeitigen Berufsorientierung und wissen: Ohne Praktika für Schüler keine oder kaum Azubis und ohne Azubis keine ausgebildeten Fachkräfte. Viele Ausbildungsbetriebe bieten deshalb immer mehr Praktikumsplätze an oder entsenden Ausbildungsbotschafter an die Schulen. Das sind Azubis, die auf Augenhöhe mit den Schülerinnen und Schülern von ihrer Ausbildung in den Unternehmen berichten.

Wie sieht es mit der Bezahlung von Ausbildungsplätzen aus? Welche Benefits schätzen besonders Auszubildende?
Die Ausbildungsvergütungen sind in den letzten Jahren erheblich gestiegen – weit stärker als die tariflichen Löhne und Gehälter. Die Höhe der Vergütung ist auch sicher ein wichtiges Argument bei der Wahl der Ausbildung, aber nicht das entscheidende. Wichtiger noch ist ein modernes und attraktives Arbeitsumfeld. Azubis fühlen sich dann besonders wohl, wenn sie Teil eines Teams sind. Unternehmen gestalten ihre Hierarchien also immer flacher und warten mit moderner Technik auf. Weitere Benefits können Prämien für gute Lernergebnisse, Zuschüsse zum Deutschlandticket, zum Wohnen oder auch ein Abo fürs Fitnessstudio sein.

Die Generation Z drängt auf den Arbeitsmarkt – begleitet von allerhand Klischees.  Wie verhält sich diese Generation auf dem Ausbildungsmarkt?
Ich würde sagen, dass sich die Generation Z vor allem rational verhält. Sie wiegt Vor- und Nachteile ab. Es ist wichtig, dass immer mehr Jugendliche erkennen, dass die Vorteile einer Ausbildung überwiegen können.


Bildquelle / Lizenz: Foto von OPPO Find X5 Pro auf Unsplash